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Es wird Hochzeit gefeiert in Asha Vihar
Von Jessica Pinschke
22 April 2026

Sujata ist in Asha Vihar aufgewachsen – gemeinsam mit ihrem Bruder Gopi und ihren Schwestern Sweta und Anjali. Nach dem Tod ihrer Mutter, fanden sie hier ein Zuhause. Einen Ort, der mehr ist als ein Dach über dem Kopf: ein Ort, an dem Kinder gesehen, gefördert und auf ihr Leben vorbereitet werden.

Sujata die Älteste. Sie hat die Schule abgeschlossen, einen Bachelor in Hindi gemacht und arbeitet in der Elektrotherapie – Abteilung – eine Aufgabe, die sie auch nach ihrer Hochzeit weiterführen wird. Ihr Bruder Gopi ist auf dem Weg, Pharmazeut zu werden, ihre Schwester Sweta hat Arbeit bei Care Netram gefunden und Anjali hat einen Abschluss als Krankenschwester.

Gestern begann für Sujata einer der wichtigsten Abschnitte einer Frau in Indien: ihre Hochzeit. In ländlichen Regionen des indischen Bundesstaates Jharkhand sind Hochzeiten mehrtägige Feste, die tief in Traditionen und gemeinschaftlichem Leben verwurzelt sind.

Schon Tage im Voraus verwandelt sich das Dorf in einen Ort voller Aktivität. Familien und Nachbarn kochen gemeinsam große Mengen an Speisen, schmücken Häuser mit bunten Stoffen und Blumen und bereiten die Rituale vor. Besonders wichtig ist die Mehndi-Zeremonie, bei der Hände und Füße der Braut kunstvoll mit Henna bemalt werden – ein Symbol für Glück und eine segensreiche Ehe.

Ein weiterer Höhepunkt ist die Haldi-Zeremonie. Dabei wird eine Paste aus Kurkuma, Öl und Wasser auf Braut und Bräutigam aufgetragen. Dieses Ritual steht für Reinigung, Schutz und einen guten Start in das gemeinsame Leben.

Am eigentlichen Hochzeitstag versammelt sich die Dorfgemeinschaft. Während wir uns bei 80 Gästen schon herausgefordert fühlen, sind solche Zahlen hier kaum der Rede wert. In vielen Dörfern ist es üblich, die gesamte Gemeinschaft einzuladen. So kommen schnell mehrere hundert bis über tausend Menschen zusammen. Die Hochzeit wird damit zu einem sozialen Ereignis, das Beziehungen stärkt und den Zusammenhalt im Dorf sichtbar macht.

Auch wir durften Teil dieses besonderen Ereignisses sein und Sujata auf ihrem neuen Weg begleiten. Die Hochzeit wurde so nicht nur zu einem persönlichen Fest, sondern zu einem eindrucksvollen Erlebnis von Tradition, Gemeinschaft und gelebter Kultur.

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